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PERSONAL-NEWS Nr.: 29.2026


AKTUELLE PERSONALVERÄNDERUNG IN DER BAU- UND IMMOBILIENBRANCHE
 

PERSONALENTWICKLUNG

Entgelttransparenzgesetz – Gehaltsangaben in Stellenanzeigen bleiben selten
veröffentlicht am 09.07.2026
Viele Unternehmen in Deutschland nennen in ihren Stellenanzeigen weiterhin kein konkretes Gehalt. Nach einer Auswertung von Index-Research enthielten im ersten Quartal 2026 rund 23 Prozent der öffentlich ausgeschriebenen Stellenangebote eine Gehaltsangabe oder zumindest eine Gehaltsspanne. Damit liegt der Anteil nur leicht über dem Vorjahreswert von rund 21 Prozent. Im ersten Quartal 2024 waren es ebenfalls knapp 23 Prozent.
EU-Richtlinie verpflichtet nicht zur Angabe in Jobinseraten
Hintergrund der Debatte ist die EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Entgegen einer verbreiteten Annahme verpflichtet sie Arbeitgeber jedoch nicht ausdrücklich dazu, Gehaltsinformationen direkt in Stellenanzeigen zu veröffentlichen. Nach Artikel 5 der Richtlinie müssen Bewerberinnen und Bewerber zwar rechtzeitig Informationen zur Vergütung erhalten, damit sie fundierte Gehaltsverhandlungen führen können. Diese Informationen können aber auch vor dem Vorstellungsgespräch oder auf anderem Wege bereitgestellt werden.
Die Frist zur Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht endete am 7. Juni 2026. Da die Bundesregierung diese Frist verstreichen ließ, besteht für Unternehmen in Deutschland derzeit kein unmittelbarer zusätzlicher Handlungsdruck durch ein nationales Umsetzungsgesetz.
Unterschiede nach Beschäftigungsart und Berufsbild
Wie häufig Gehaltsangaben gemacht werden, hängt deutlich von der Beschäftigungsart ab. Bei Minijobs und anderen geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen enthielten im ersten Quartal 2026 fast 38 Prozent der Inserate konkrete Angaben zur Vergütung. Bei Voll- und Teilzeitstellen lag der Anteil dagegen bei rund 22 Prozent.
Auch zwischen Berufsgruppen zeigen sich deutliche Unterschiede. Am häufigsten wurden Gehälter in Stellenanzeigen aus den Bereichen Transport, Verkehr, Logistik und Lager genannt. Dort enthielten fast 34 Prozent der Inserate eine entsprechende Angabe. Deutlich seltener war dies bei Stellenangeboten für Projektmanager sowie für Fachkräfte aus Marketing und PR der Fall. In diesen Bereichen lag der Anteil bei rund 14 Prozent.
Geringer fallen die Unterschiede zwischen den Bundesländern aus. Die Spannweite reicht von rund 18 Prozent im Saarland bis zu 26 Prozent in Nordrhein-Westfalen.
Kaum Anzeichen für eine Trendwende
Die Daten deuten bislang nicht auf einen deutlichen Wandel hin. Zwar wird über Gehaltstransparenz im Recruiting seit Jahren intensiv diskutiert, in den Stellenanzeigen selbst bleibt sie jedoch die Ausnahme. Ohne eine klare gesetzliche Pflicht zur Angabe eines Gehaltsrahmens dürfte sich daran kurzfristig wenig ändern.


PERSONALRECHT
 
Rückzahlung von Arbeitslosengeld
Die Agentur für Arbeit kann die Rückzahlung von Arbeitslosengeld nur verlangen, wenn dem Leistungsempfänger grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen ist. Grobe Fahrlässigkeit ist nur dann anzunehmen, wenn der*die Begünstigte die erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt und schon einfachste, ganz naheliegende Überlegungen nicht angestellt hat. Bei einem juristischen Laien ist dabei Voraussetzung, dass er*sie auch ohne nähere Rechtskenntnis hätte erkennen können, dass ihm*ihr die Leistung so nicht zusteht. Sozialgericht Landshut, Urteil vom 15. Dezember 2025 – S 16 AL 83/24 (Quelle: DGB Arbeitsrecht)


PERSONALITERATUR
 
Männerbund und Frauenbonus
„Männerbund und Frauenbonus“ von Veronika Hucke ist eine aufschlussreiche Analyse der Geschlechterdynamik und der kulturellen Barrieren sowohl in der deutschen Unternehmenswelt als auch in der Gesellschaft. Hucke, selbst eine erfahrene Beraterin für Diversity und Inclusion und Autorin des Buches „(Fair)Führen“, bietet einen fundierten Einblick in die ungeschriebenen Regeln und subtilen Mechanismen, die Frauen oft daran hindern, in männerdominierten Branchen erfolgreich zu sein. Das Buch beleuchtet, wie Männerbünde – Netzwerke, die oft Männer bevorzugen – die Unternehmenslandschaft prägen und Frauen den Zugang zu wichtigen Entscheidungsgremien und Aufstiegschancen erschweren. Veronika Hucke erklärt, dass Frauen, die es schaffen, in solche Machtzirkel einzutreten, häufig als Außenseiterinnen wahrgenommen werden und mit zusätzlichen Herausforderungen kämpfen, wie dem „Frauenbonus“ – einer oft unterschwelligen Erwartung, dass Frauen Diversität quasi als „Bonus“ beitragen. Dieser Bonus wird jedoch selten als Vorteil gesehen, sondern vielmehr als eine Erwartung, die Frauen doppelt belastet: Sie müssen sowohl als kompetente Führungskraft wie auch als Repräsentantin ihrer Geschlechtergruppe fungieren. Hucke beschreibt außerdem den psychologischen und sozialen Druck, dem Frauen und Männer im Berufsalltag begegnen. „Während es für Frauen zum Beispiel okay ist, Sorgen und Ängste zu artikulieren, bleibt das für Männer ein Risiko, das mit sozialer Ächtung einhergehen kann“, schreibt Hucke im Buch. Damit geht sie auf Phänomene wie die „männlichen Stereotypen“ ein, die wiederum verunsichern und ihre Performance beeinträchtigen können. Veronika Hucke stellt aber auch innovative Lösungsansätze zur Überwindung dieser Strukturen vor. Dazu gehören Vorschläge für Unternehmen, die ihre Kultur diverser und inklusiver gestalten wollen – von flexibleren Strukturen, in denen Frauen und Männer auf Augenhöhe zusammenarbeiten können, bis zur Schaffung transparenter Karrieremöglichkeiten. Der Stil des Buches ist sehr zugänglich (nicht nur für Frauen, sondern besonders für Männer!), gut strukturiert und bezieht aktuelle Forschungsergebnisse sowie Praxisbeispiele ein. Veronika Huckes Buch ist wertvoll für alle, die sich für Geschlechtergerechtigkeit und strukturelle Veränderungen in der Arbeitswelt interessieren, und für alle, denen es wichtig ist nicht nur zu reden, als seien wir im 21. Jahrhundert, sondern auch entsprechend zu handeln und zu leben. Autor: Veronika Hucke; 2024, 128 Seiten, ISBN 978-3-98928-027-4, Preis: 24,00 €


PERSPERSONALGEDANKEN

Wenn du in einem Loch festsitzt, musst du zuerst mit dem Graben aufhören."
(Aus Tibet)

(das gilt auch bei uns; deshalb, lieber Hilfe holen - gerade auch bei qualifiziertem Fachkräftemangel)
(Lutz Kehrberg)


Diese Seite wird jeden Freitag aktualisiert. (letzte Aktualisierung: 17.07.2026)
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